Eine Website besteht aus drei Teilen, die getrennt betrachtet werden wollen: der Domain (Ihrer Adresse im Netz), den Inhalten (Texte, Bilder) und der technischen Installation. Jeder Teil kann Ihnen gehören — oder Ihrem Anbieter. Der Unterschied zeigt sich spätestens beim Wechsel: Wer nichts mitnehmen kann, beginnt von vorn.
Wem gehört Ihre Domain?
Die Domain ist die Adresse, die auf Ihrem Praxisschild, Ihren Visitenkarten und in jedem Verzeichniseintrag steht. An ihr hängt alles, was sich über Jahre ansammelt: Verlinkungen, Einträge, die Gewohnheit Ihrer Patient:innen. Geht die Adresse verloren, ist diese aufgebaute Auffindbarkeit weg — unabhängig davon, wie gut eine neue Website wäre.
Entscheidend ist, auf wen die Domain registriert ist. Steht dort Ihr Name oder Ihre Praxis, können Sie den Anbieter wechseln und die Adresse mitnehmen. Ist sie auf die Agentur oder den Baukasten-Anbieter registriert, sind Sie beim Wechsel auf dessen Entgegenkommen angewiesen. Prüfen lässt sich das über den Vertrag, die Rechnung der Domain-Registrierung — oder mit einer direkten Frage an Ihren Anbieter: „Auf wen ist meine Domain registriert?“
Oft hängen an der Domain auch die E-Mail-Adressen der Praxis. Wer die Adresse verliert, verliert damit auch das Postfach, an das Terminanfragen und Befunde gehen — ein Grund mehr, die Inhaberschaft zu klären, bevor es darauf ankommt.
Was bedeutet Lock-in beim Baukasten?
Lock-in bedeutet: Inhalte, Aufbau und oft auch die Adresse Ihrer Website stecken im System eines Anbieters fest — kündigen Sie, bleibt kaum etwas übrig, das Sie mitnehmen können.
Baukasten-Systeme sind ein ehrliches Angebot: schneller Start, geringe Anfangskosten, alles aus einer Hand. Der Preis dafür zeigt sich später. Die Inhalte liegen im System des Anbieters und lassen sich in der Regel nicht vollständig in ein anderes System übertragen — Texte und Bilder allenfalls per Hand, Aufbau und Gestaltung gar nicht. Die monatliche Gebühr läuft, solange die Website bestehen soll. Und wer kündigt, steht ohne Website da.
Das ist kein versteckter Trick, sondern das Geschäftsmodell. Man sollte es nur kennen, bevor man Jahre an Arbeit und Inhalten in ein System investiert, das einem nicht gehört.
Was ist mit Inhalten und Technik?
Die zweite Ebene sind Ihre Inhalte: Texte, Fotos, das Logo. Bewahren Sie davon eigene Kopien auf — so banal es klingt, im Alltag geht das oft unter. Wer Texte und Bilder nur im System des Anbieters liegen hat, verliert beim Wechsel schnell Material, das über Jahre mühsam entstanden ist.
Die dritte Ebene ist die technische Installation, also die gebaute Website selbst. Bei Baukästen ist sie grundsätzlich nicht übertragbar — sie existiert nur innerhalb der Plattform. Bei individuell erstellten Websites ist eine Übergabe technisch möglich; ob sie auch vertraglich vorgesehen ist, steht auf einem anderen Blatt. Eine einfache Testfrage an den Anbieter: „Bekomme ich die fertige Website ausgehändigt, wenn ich wechsle?“
Worauf sollten Sie bei Agenturverträgen achten?
Auch bei einer Agentur entscheidet der Vertrag darüber, was Ihnen gehört. Fünf Punkte lohnen den genauen Blick:
- Domain auf Ihren Namen: Die Registrierung sollte auf Sie oder Ihre Praxis lauten, nicht auf die Agentur.
- Zugriff auf Inhalte: Texte, Bilder und Dateien sollten Sie jederzeit herausverlangen können — idealerweise liegt ohnehin eine Kopie bei Ihnen.
- Zugangsdaten: Klären Sie, wer die Zugangsdaten zu Domain-Verwaltung und Hosting hat — und dass Sie sie auf Wunsch erhalten.
- Kündigungsfolgen: Was passiert konkret bei Vertragsende — geordnete Übergabe, Weiterbetrieb gegen Gebühr oder Abschaltung?
- Nutzungsrechte: Dürfen Sie Texte und Fotos, die für Ihre Praxis erstellt wurden, nach einem Wechsel weiterverwenden?
Checkliste: In zehn Minuten selbst geprüft
- Wissen Sie, auf wen Ihre Domain registriert ist?
- Haben Sie aktuelle Zugangsdaten zu Domain und Hosting — oder wissen Sie, wer sie verwahrt?
- Liegen Kopien Ihrer Texte und Bilder bei Ihnen in der Praxis?
- Kennen Sie Kündigungsfrist und Kündigungsfolgen Ihres Vertrags?
- Können Sie sagen, wofür Ihre monatlichen Kosten im Einzelnen anfallen?
Können Sie alle fünf Fragen beantworten, sind Sie in einer guten Position — ganz gleich, bei welchem Anbieter Sie sind. Bleiben Fragen offen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sie zu stellen: freundlich, schriftlich und vor der nächsten Vertragsverlängerung.
Übrigens: Dass Domain und Website den Praxen gehören, für die sie gebaut wurden, halten wir für selbstverständlich — nachzulesen unter „Über uns“.